FAQ

Die häufigsten Fragen

Eine Frage, die mich jahrelang umtrieb. Gewöhnlich wurden Verstorbene in Wien in Kirchenbüchern, Büchern der Friedhöfe, der sogenannten „Totenbeschauprotokolle“, Tageszeitungen, o.ä. vermerkt. Nichts davon führte jedoch zum Ziel! Und wer konnte schon sagen, ob sie überhaupt in Wien verstorben war?

Ein wahrer Krimi entstand aus der Recherche nach Caroline Schleicher-Krähmers Todesdatum.

In den vorhandenen Quellen waren unterschiedlichste Daten angegeben, jedoch alle vage ("nach 1839") und schlussendlich falsch. Ich konnte jedoch im Rahmen meiner Dissertation 2008 erstmals anhand von Originalquellen jener Zeit belegen, dass sie in der zweiten Aprilhälfte 1873 verstorben war.

Ja, das kann man wohl guten Gewissens behaupten:

  • Betrachtet man sämtliche bislang vorliegende Kritiken und Schriften, war sie besonders in den 1820er Jahren in aller Munde.
  • Zudem war sie bestens vernetzt und kannte zahlreiche Grössen ihrer Zeit – dies übrigens bereits vor ihrer Eheschliessung mit Ernst Krähmer.

Caroline Schleicher-Krähmer galt bereits zu Lebzeiten als aussergewöhnliche Musikerin jedoch auch als Kuriosum. Ihr Sensationswert verblasste scheinbar noch zu Lebzeiten.

  • Nach dem Tod ihres Mannes 1837 hatte sie plötzlich alleine für fünf minderjährige Kinder aufzukommen. Sie tat dies, indem sie Unterricht erteilte. Allerdings dürfte von da an kaum noch Zeit zum Üben und zum Ausbau ihres eigenen Repertoires gewesen sein. Jährlich mit denselben Werken aufzutreten, wäre nicht möglich gewesen. Mit dem Tod ihres Mannes wurden also ihre eigenen Auftritte in der Öffentlichkeit weniger, was vermutlich ein Grund dafür war, dass man bereits zu Lebzeiten vermutete, sie sei in den 1850er Jahren verstorben.
  • Der Ruf eines Musikers verbreitete sich insbesondere auf und durch Konzertreisen. Auch diese dürfte mit fünf Kindern nicht oder nur schwer möglich gewesen sein. Das damit verbundene finanzielle Risiko wäre wohl nicht zu verantworten gewesen.
  • Die Geschichtsschreibung im 19. Jahrhundert wurde ebenso wie der Journalismus von Männern für Männer betrieben. Eine arbeitende Frau, die öffentlich auf für Frauen verpönten Instrumenten auftrat, war vermutlich von den Männern jener Zeit nicht als überlieferungswürdig betrachtet worden.

Caroline Schleicher-Krähmer war nicht nur irgendeine Frau, die vor rund 200 Jahren lebte.

Sie war

  • für ihre Zeit eine aussergewöhnlich gut und umfassend ausgebildete Musikerin
  • des Lesens und Schreibens mächtig, was für Frauen zu jener Zeit nicht üblich war
  • mutig und wagte es, entgegen aller Konventionen ihren Traum vom professionellen Musizieren zu verwirklichen
  • eine starke Persönlichkeit, die es schaffte fünf Kinder alleine grosszuziehen und ihnen sogar eine Ausbildung zu ermöglichen
  • die erste Soloklarinettistin!

Sie ist

  • ein ganz wesentlicher Baustein der Musikgeschichte, ein weiteres winziges Mosaik im Bild der Geschichte, das es uns ermöglicht, die Jetztzeit anders oder gar besser einzuschätzen
  • möglicherweise sogar ein Vorbild für junge MusikerInnen/ KlarinettistInnen
  • ein „Fenster“ zu einem unfassbar grossen Netzwerk, das es uns ermöglicht Personen wie Franz Xaver Mozart, Henriette Sontag und zahlreiche weitere Persönlichkeiten jener Zeit, aber auch heute weniger bekannte Persönlichkeiten wie August Mittag oder Johann Ziegler wieder sichtbar zu machen.

Ich recherchiere zwar seit mehr als 15 Jahren zu Caroline Schleicher-Krähmer und arbeite an deren umfassender Biographie, doch das bedeutet nicht, dass die Suche nicht weitergeht – im Gegenteil!

  • Wenn Sie also Informationen zu Caroline Schleicher-Krähmer haben, die mir möglicherweise noch unbekannt sind oder etwas zu ihr nahestehenden Personen wissen, schreiben Sie mir! Ich nehme neue Erkenntnisse gerne auf und verarbeite sie wenn möglich in der Biographie und auf der Website. Auf diese Weise werden auch Sie Mitwirkender am Projekt!
  • Die stete Aufarbeitung und Digitalisierung von Archivmaterial in den zahlreichen internationalen Archiven und Sammlungen bringt immer wieder neue Dokumente, Quellen und Informationen ans Tageslicht. Es bleibt also weiterhin spannend!

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Ich bin derzeit in Abklärungen mit einem Verlag, um dieses Werk in einer kritischen Neuausgabe heraus zu bringen. Ich informiere sie gerne über meinen Newsletter, sobald die Noten erscheinen werden.