Recherche

Den Ausgangspunkt meiner Recherchen bildete ein Lexikonartikel  der „Encyklopädie der gesamten musikalischen Wissenschaften, oder Universal-Lexikon der Tonkunst“,

herausgegeben von Gustav Schilling 1837.

Ernst Krähmer

Krähmer, J. Ernst, K. K. Oesterrichischer Hof- und Cammer-Musikus und erster Oboist des K. K. Hoftheaters in Wien, wurde zu Dresden geboren am 30sten März 1795. Schon in seinen Kinderjahren entwickelten sich seine musikalischen Talente auf verschiedenen Instrumenten, die jedoch seine Eltern fast nur wie Spielsachen ihm in die Hände gaben. Der Vermögensstand der Eltern, welche 6 Kinder zu erhalten hatten, ließ es nicht zu, ihm, außer dem nächtigen Schulunterrichte, auch noch jenen in der Musik erteilen zu lassen. In dem Drang, sich durchaus der Musik widmen zu wollen, bat er oft seine Eltern, ihn in das Königs. Militär-Erziehungsinstitut nach Annaberg zu geben, welches diese jedoch, verschiedener Vorurteile wegen, und da dieser Ort 12 Meilen von Dresden entfernt war, nie einwilligen wollten. So geschah es denn, daß er selbst als Knabe von 9 Jahren die nötigen Schritte that, um nach Annaberg zu gelangen, welchem seine Eltern, die dieses wohl erfahren mußten, sich nun auch nicht mehr entgegensetzen. Doch, dem Vormerkungsrechte zu Folge, kam der lang ersehnte Augenblick erst, als er schon sein 11tes Jahr erreicht hatte. In Annaberg angekommen widmete er sich mit vielen Fleiß der Musik und spielte in seinem 13ten Jahre bei eine öffentlichen Prüfung ein Concert auf der Flöte und eins auf der Klarinette, ein Jahr später eins auf dem Fagott und auf der Oboe, und in seinem 15ten Jahre, als die Eltern ihn aus dem Institute genommen hatten, beim Stadtmusikus Krebs in Dresden, welcher seine Talente prüfen wollte, auf jedem der vier genannten Instrumente an einem Nachmittage ein Concert prima vista. Hier hielt er sich, mit der Musik sein Brot verdienend, bis in sein 18tes Jahr auf, und erhielt von den verdienstvollen König. Hammermusikern Kummer und Jackel längere Zeit unentgeltlichen Unterricht auf der Oboe, welches Instrument er von Kindheit an vor allen anderen am meisten liebte. Im Januar 1814 bot der russische Fürst Repnin, als damaliger Generalgouverneur des Königreichs Sachsen, die ganze Jugend auf, die Waffen zu ergreifen. Aus Erfahrung, daß, wer nicht freiwillig dazu trat, durch’s Los, welches fast Alle traf, zur Landwehr sich stellen mußte, wählte Krähmer Ersteres, und ließ sich in den Banner der freiwilligen Sachsen einschreiben, um so lieber, da er hier von seinem Elemente, der Musik, nicht lassen durfte. Frohen Mutes zog er ins Feld; allein die ungewohnten starken Morsche bei schlechtem Winterwetter und sonstige militärische Strapazen zerstörten bald seine Gesundheit so, daß er in ein Militärspital Gracht werden mußte, u. nach überstandener Lungen- und Brustentzündung, zu der sich noch das Nervenfieber gesellt hatte, als Invalide seinen Abschied erhielt, und wieder nach Dresden zurückreisete. Da inzwischen eine vakant gewordene Hoboistenstelle der König. Hofcapelle kurz vorher besetzt worden war, so folge er nach mehreren Monaten einem Rufe nach Wien zum K. K. Hoftheaterorchester, wo er am 1sten Februar 1815 eintraf und sogleich in Engagement trat. Seine 7 Jahre hindurch ehrenvoll geleisteten Dienste erwarben ihm die Anstellung bei der Kaiser. Hof- und Kammermusik, über welche er im September 1822 das Dekret empfing. In demselben Monate verehelichte er sich mit der ausgezeichneten Clarinettspielerin Dlle. Caroline Schleicher (siehe den folgenden Artikel) und trat mit ihr eine Kunstreise durch die österreichischen Provinzen nach Russland an. Der baldige Ablauf seines Urlaubs gestattete ihnen nur bis Kiew, dem sog. Peru der Virtuosen, zu kommen, wo sie, so wie auf ihrer Rückreise, überall mit ausgezeichnetem Beifall und nicht ohne Lohn Concerte gaben. Im Winter 1823 machten sie einen kleinen Ausflug nach Ungarn, wo sie in Preßburg zwei, und in Pesth und Ofen vier Concerte gaben.

Caroline Krähmer, geb. Schleicher

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